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Cross-Selling im technischen Großhandel: Potenziale in den Warengruppen finden

Die meisten Bestandskunden kaufen bei einem technischen Händler nur einen Teil dessen, was sie brauchen: die Kugellager hier, die Pneumatik woanders. Das Potenzial steht in den eigenen Umsatzdaten, man muss es nur nach Warengruppen lesen. Dieser Ratgeber zeigt, wie man es findet, wen man zuerst anspricht und woran man merkt, ob es wirkt.

Firmenakte mit Umsatz je Warengruppe aus dem ERP auf einem Notebook
  1. 1Die Idee: verbreitete Warengruppen, die ein Kunde nicht kauft
  2. 2Das zweite Signal: rückläufige Warengruppen
  3. 3So gehen Sie vor
  4. 4Typische Fehler
  5. 5So macht es Portario
  6. 6Häufige Fragen
Abschnitt 1

Die Idee: verbreitete Warengruppen, die ein Kunde nicht kauft

Cross-Selling heißt im technischen Handel selten „Kunden, die das kauften, kauften auch …“. Brauchbarer ist der Blick auf Warengruppen: Welche Gruppen kauft ein großer Teil Ihrer Kunden, dieser Kunde aber nicht? Wer Antriebstechnik und Lager bei Ihnen kauft, braucht mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Dichtungen und Schmierstoffe, nur eben nicht bei Ihnen.

BeispielLagerAntriebstechnikDichtungenPneumatik
Anteil der Kunden, die kaufen85 %60 %55 %40 %
Kunde Müller Maschinenbaukauftkauftfehltfehlt

Die Zahlen sind ein ausgedachtes Beispiel. Die Lücke bei Dichtungen ist das stärkere Signal: Mehr als die Hälfte aller Kunden kauft sie, Müller nicht.

Abschnitt 2

Das zweite Signal: rückläufige Warengruppen

Mindestens so wichtig wie die Gruppe, die fehlt, ist die Gruppe, die verschwindet. Kauft ein Kunde eine Warengruppe nur noch halb so viel wie im Vorjahr oder gar nicht mehr, hat er oft einen anderen Lieferanten gefunden. Das ist kein Cross-Selling, sondern Abwanderung, und sie ist leichter aufzuhalten, solange der Kunde den Rest noch bei Ihnen kauft.

Abschnitt 3

So gehen Sie vor

  1. Umsatz je Kunde und Warengruppe holen: zwölf Monate und dieselben zwölf Monate ein Jahr früher, aus dem ERP.
  2. Verbreitung je Warengruppe rechnen: Welcher Anteil der Kunden mit Umsatz kauft die Gruppe? Gruppen, die nur wenige kaufen, eignen sich nicht als Lücke.
  3. Je Kunde die Lücken und Rückgänge markieren.
  4. Mit den größten Kunden anfangen: Eine Lücke bei einem Kunden mit hohem Umsatz ist mehr wert als zehn bei Gelegenheitskäufern, und der Außendienst ist dort ohnehin regelmäßig.
  5. Ins Gespräch tragen, nicht in den Newsletter: „Wir sehen, dass Sie Dichtungen woanders beziehen. Was müssten wir bieten?“ ist ein besserer Anlass als ein Rabatt.
  6. Nach drei und sechs Monaten nachsehen: Ist die Gruppe aufgetaucht, ist der Rückgang gestoppt?
Abschnitt 4

Typische Fehler

  • Rabatt statt Grund. Wer die Lücke mit einem Paketpreis füllt, kauft Umsatz zu schlechterer Marge. Lieferfähigkeit, Beratung und ein Ansprechpartner für alles sind die besseren Argumente.
  • Alle Kunden gleich. Eine Liste mit 400 Lücken arbeitet niemand ab. Die zwanzig größten Kunden zuerst.
  • Nur Umsatz, keine Marge. Manche Warengruppen bringen Umsatz, aber kaum Deckungsbeitrag. Wo die Marge sichtbar ist, gehört sie in die Auswahl.
  • Die Auswertung bleibt im Controlling. Sie wirkt erst, wenn der Außendienst die Lücken seiner Kunden vor dem Besuch sieht.

Welche Kunden die größten sind, zeigt eine ABC-Analyse der Kunden.

Abschnitt 5

So macht es Portario

  1. Warengruppen in der Firmenakte: Mit der ERP-Anbindung steht an jeder Firma der Umsatz je Warengruppe, die letzten zwölf Monate gegen die zwölf davor.
  2. Auswertung „Cross-Selling-Potenzial“: je Kunde die verbreiteten Warengruppen, die er nicht kauft (verbreitet heißt: mindestens 30 % der Kunden mit Umsatz kaufen sie), und die rückläufigen Gruppen (mindestens 50 % weniger als im Vorjahreszeitraum oder ganz weggefallen). Größte Kunden zuerst.
  3. Auswertung „Umsatz je Warengruppe“: mit Vorjahr, Anteil und Zahl der Kunden; mit dem Recht „Deckungsbeiträge sehen“ auch Deckungsbeitrag und Quote.
  4. Vom Bericht zum Gespräch: Aus der Firmenakte heraus eine Aufgabe oder einen Anruf anlegen, damit die Lücke nicht im Bericht bleibt.

Offen gesagt: Die Zahlen kommen aus Ihrem ERP; ohne eine ERP-Anbindung mit Umsatz je Warengruppe gibt es diese Auswertungen nicht. Portario liest nur, es schreibt nichts zurück, und es arbeitet mit Warengruppen, nicht mit Empfehlungen für einzelne Artikel.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Cross-Selling und Up-Selling?

Cross-Selling verkauft dem Kunden zusätzliche Produkte aus anderen Gruppen, Up-Selling eine höherwertige Variante dessen, was er ohnehin kauft. Im technischen Handel ist Cross-Selling über Warengruppen meist der größere Hebel.

Ab wann gilt eine Warengruppe als „verbreitet“?

Eine feste Regel gibt es nicht. Bewährt hat sich ein Anteil von etwa einem Drittel der aktiven Kunden: Darunter ist die Gruppe zu speziell, um bei jedem Kunden eine Lücke zu sein.

Brauche ich dafür ein BI-Werkzeug?

Für den Anfang reicht eine Tabelle aus dem ERP mit Umsatz je Kunde und Warengruppe. Ein BI-Werkzeug oder ein CRM mit ERP-Anbindung hilft, wenn die Auswertung regelmäßig und beim Außendienst ankommen soll.

Wie oft sollte man die Auswertung ansehen?

Für die Planung einmal im Quartal; für den einzelnen Kunden vor jedem Besuch.

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Cross-Selling-Potenzial aus Ihren ERP-Zahlen

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