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Opportunity-Management ohne Excel: Verkaufschancen so führen, dass der Forecast stimmt

Opportunity-Management klingt nach Konzern, ist aber einfach: Jedes mögliche Geschäft hat einen Wert, eine Phase, einen Zuständigen und einen nächsten Schritt. Die Excel-Liste dafür scheitert selten am Anfang, sondern nach ein paar Monaten, wenn niemand mehr weiß, welche Zeilen noch leben. Dieser Ratgeber zeigt, was eine Verkaufschance braucht und wie eine kurze wöchentliche Runde die Liste ehrlich hält.

Verkaufschancen-Brett mit Phasen, Werten und Forecast auf einem Notebook
  1. 1Lead oder Verkaufschance?
  2. 2Sechs Angaben, ohne die eine Chance nicht zählt
  3. 3Die wöchentliche Pipeline-Runde
  4. 4Liegengebliebene Chancen erkennen
  5. 5Forecast: Summe oder gewichtet?
  6. 6Warum Excel hier an Grenzen stößt
  7. 7So macht es Portario
  8. 8Häufige Fragen
Abschnitt 1

Lead oder Verkaufschance?

Ein Lead ist ein Interesse: eine Messeanfrage, ein Formular auf der Website, ein Tipp vom Kollegen. Ob daraus etwas wird, ist offen. Eine Verkaufschance (englisch Opportunity) ist ein geprüftes, konkretes Vorhaben: Es gibt einen Bedarf, einen Ansprechpartner und eine Vorstellung vom Wert.

Die Trennung ist wichtig, weil sonst jede Visitenkarte in die Pipeline wandert und der Forecast nichts mehr aussagt. Wie man eine Anfrage prüft, steht im Ratgeber zum Vertriebsprozess.

Abschnitt 2

Sechs Angaben, ohne die eine Chance nicht zählt

  1. Wert. Eine Schätzung reicht. Ohne Wert gibt es keine Summe und keinen Forecast.
  2. Phase. Wo steht das Geschäft: Anfrage, Angebot, Verhandlung?
  3. Erwarteter Abschluss. Wann rechnet der Zuständige mit einer Entscheidung? Verschiebt es sich, wird das Datum angepasst, nicht ignoriert.
  4. Zuständiger. Genau eine Person. „Das Team“ heißt: niemand.
  5. Nächster Schritt mit Datum. Die wichtigste Angabe von allen. Eine Chance ohne nächsten Schritt ist auf dem Weg, liegen zu bleiben.
  6. Beteiligte beim Kunden. Wer entscheidet, wer redet mit, wer bremst?

Und beim Abschluss eine siebte: bei verlorenen Chancen der Grund. Er ist die ehrlichste Rückmeldung, die ein Vertrieb bekommen kann.

Abschnitt 3

Die wöchentliche Pipeline-Runde

Eine halbe Stunde pro Woche reicht. Nicht als Rechenschaft, sondern damit die Liste stimmt. Je offener Chance drei Fragen:

  1. Was ist seit letzter Woche passiert? Ein Anruf, ein Besuch, ein überarbeitetes Angebot, oder nichts.
  2. Was ist der nächste Schritt, und bis wann? Wer keinen nennen kann, legt jetzt einen fest.
  3. Stimmen Phase und Abschlussdatum noch? Ein Abschlussdatum in der Vergangenheit ist immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.

Am meisten bringt die Runde, wenn die großen Chancen zuerst drankommen und kleine nur dann, wenn sich etwas geändert hat.

Abschnitt 4

Liegengebliebene Chancen erkennen

Drei Zeichen, dass eine Chance nicht mehr lebt:

  • Das Abschlussdatum ist vorbei, und niemand hat es verschoben.
  • Seit Wochen keine Bewegung: kein Anruf, keine Notiz, keine Änderung.
  • Die Phase steht still, obwohl das Angebot längst beim Kunden ist.

Dann gibt es drei ehrliche Möglichkeiten: anrufen und nachfragen, das Abschlussdatum mit Grund verschieben oder die Chance als verloren schließen. Ein klares „verloren“ mit Grund ist mehr wert als ein ewiges Vielleicht, das den Forecast aufbläht.

Abschnitt 5

Forecast: Summe oder gewichtet?

Die Summe aller offenen Chancen ist fast immer zu optimistisch. Realistischer ist der gewichtete Forecast: Jede Chance zählt mit ihrem Wert mal der Wahrscheinlichkeit ihrer Phase. Ein Beispiel mit Wahrscheinlichkeiten, die jeder Betrieb für sich festlegt:

ChancePhase (Wahrscheinlichkeit)WertGewichtet
Neue FräszelleAnfrage (10 %)180.000 €18.000 €
Erweiterung FörderbandAngebot (40 %)60.000 €24.000 €
Retrofit SteuerungVerhandlung (70 %)35.000 €24.500 €
Summe275.000 €66.500 €

Die Wahrscheinlichkeiten dürfen am Anfang grob sein. Nach einigen Monaten lohnt der Abgleich mit der eigenen Gewinnquote je Phase: Wie viele Chancen, die einmal im Angebot standen, wurden tatsächlich gewonnen?

Abschnitt 6

Warum Excel hier an Grenzen stößt

  • Keine Erinnerung. Der nächste Schritt steht in einer Spalte, aber niemand wird daran erinnert.
  • Kein Verlauf. Ob eine Chance gerade erst in die Verhandlung kam oder seit einem halben Jahr dort steht, sieht man nicht.
  • Getrennt vom Rest. Angebote, Besuche und Mails zur Chance liegen woanders.
  • Eine Datei, mehrere Bearbeiter. Spätestens mit dem zweiten Vertriebler gibt es zwei Fassungen.

Für eine Person mit zehn Chancen kann Excel reichen. Wie der Umstieg gelingt, steht im Ratgeber „Von Excel zum CRM wechseln“.

Abschnitt 7

So macht es Portario

  1. Brett und Liste. Verkaufschancen als Karten je Phase zum Verschieben oder als sortierbare Liste; jede Chance mit Wert, Phase, Firma, Ansprechpartner, Zuständigem und erwartetem Abschluss.
  2. Beteiligte mit Rolle. Weitere Personen der Firma als Entscheider, Beeinflusser oder Einkauf; Anrufe, Termine und Notizen direkt an der Chance.
  3. Kennzahlen mit Erklärung. Offene Summe, gewichteter Forecast mit Wahrscheinlichkeit je Phase, gewonnen und verloren, Gewinnquote. Ein Klick auf die Kennzahl zeigt, wie sie sich zusammensetzt, und führt zur Liste dahinter. Bei verlorenen Chancen gibt es ein Feld für den Grund.
  4. Liegengebliebene Chancen meldet Portario. Eine Regel „Chance ohne Bewegung“ prüft jeden Morgen, wo seit einer eingestellten Zahl von Tagen nichts passiert ist, auf Wunsch nur ab einem Mindestwert oder in einer Phase, und legt dem Zuständigen eine Wiedervorlage an. Einmal, nicht jeden Tag.
  5. Ziele. Umsatzziele je Person oder Team und Monat mit Fortschrittsbalken.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lead und Verkaufschance?

Ein Lead ist ein noch ungeprüftes Interesse. Eine Verkaufschance ist ein geprüftes, konkretes Vorhaben mit Bedarf, Ansprechpartner und geschätztem Wert. Erst Verkaufschancen gehören in die Pipeline und den Forecast.

Welche Wahrscheinlichkeiten je Phase sind richtig?

Die, die zu Ihren eigenen Zahlen passen. Am Anfang reicht eine grobe Schätzung. Nach einigen Monaten gleichen Sie sie mit der tatsächlichen Gewinnquote je Phase ab und passen sie an.

Wie oft sollte man die Pipeline durchgehen?

Wöchentlich und kurz, etwa eine halbe Stunde. Wichtig ist nicht die Dauer, sondern dass jede offene Chance danach einen nächsten Schritt mit Datum hat.

Ab wann lohnt sich ein CRM statt Excel?

Sobald mehr als eine Person Chancen pflegt, Erinnerungen an nächste Schritte fehlen oder niemand mehr sieht, was zu einer Chance schon passiert ist. Für eine Person mit wenigen Chancen kann Excel genügen.

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