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Vertriebsziele und Plan-Ist: Umsatz planen, verteilen und laufend vergleichen

Viele Betriebe haben ein Jahresziel, aber keinen Plan dahinter. Ob es erreicht wird, zeigt sich im Dezember. Ein Plan-Ist-Vergleich holt diese Erkenntnis nach vorn: Er verteilt das Ziel auf Kunden und Monate und zeigt jeden Monat, wo es hakt, solange noch Zeit zum Gegensteuern ist.

Firmenakte mit Umsatz laut ERP über mehrere Jahre auf einem Notebook
  1. 1Vom Jahresziel zum Plan
  2. 2Auf welcher Ebene planen?
  3. 3Auf die Monate verteilen
  4. 4Woher kommt das Ist?
  5. 5Plan-Ist lesen: Abweichung, Vorjahr, Hochrechnung
  6. 6Was tun, wenn das Ist zurückliegt?
  7. 7So macht es Portario
  8. 8Häufige Fragen
Abschnitt 1

Vom Jahresziel zum Plan

Ein Jahresziel entsteht meist von oben: „Nächstes Jahr zehn Prozent mehr.“ Ein Plan entsteht von unten: Was ist bei welchem Kunden realistisch? Beides hat seinen Platz, und der eigentliche Wert liegt im Abgleich.

  1. Mit dem Vorjahr beginnen. Der Umsatz je Kunde im Vorjahr ist die ehrlichste Ausgangslage.
  2. Je Kunde einschätzen. Wer plant eine Investition, wer baut ab, wo läuft ein großes Projekt aus? Das weiß der Vertrieb besser als jede Formel.
  3. Mit dem Ziel abgleichen. Liegt die Summe darunter, ist die Frage nicht „Wie rechnen wir das schön?“, sondern „Woher soll der Rest kommen?“: Neukunden, neue Produkte, Service.
Abschnitt 2

Auf welcher Ebene planen?

  • Je Kunde für die wichtigen Kunden einzeln, alle übrigen in einer Sammelzeile. Wer zweihundert Kunden einzeln plant, pflegt den Plan nicht.
  • Je Warengruppe, wenn sich Geschäfte unterschiedlich verhalten: Neumaschinen schwanken stark, Ersatzteile und Service laufen gleichmäßiger.
  • Je Person oder Team als Ziel, damit klar ist, wer wofür steht.

Warum Ersatzteile und Service eine eigene Zeile verdienen, steht im Ratgeber zum Ersatzteilgeschäft.

Abschnitt 3

Auf die Monate verteilen

Ein Jahresplan durch zwölf geteilt erzeugt falsche Alarme: Im August sind Betriebsferien, im Dezember werden Budgets ausgegeben, im Frühjahr ist Messe. Besser ist eine Saisonkurve, also ein Gewicht je Monat. Am einfachsten übernimmt man die tatsächliche Monatsverteilung des Vorjahres und passt sie an, wo man weiß, dass es anders wird.

Abschnitt 4

Woher kommt das Ist?

Vor dem ersten Vergleich muss klar sein, was „Ist“ heißt:

  • Auftragseingang: zeigt früh, was kommt; für den Vertrieb oft die beste Wahl.
  • Fakturierter Umsatz: das, was berechnet ist; bei langen Lieferzeiten Monate nach dem Auftrag.
  • Zahlungseingang: das, was auf dem Konto ist; eher für die Liquidität.

Wichtig ist, sich einmal festzulegen und dabei zu bleiben. Und verglichen wird bis zum letzten vollen Monat: Ein halber laufender Monat lässt jede Zeile künstlich schlecht aussehen.

Abschnitt 5

Plan-Ist lesen: Abweichung, Vorjahr, Hochrechnung

Drei Zahlen sagen mehr als eine Tabelle voller Prozente: die Abweichung zum Plan bis heute, der Vorjahreswert im selben Zeitraum und die Hochrechnung zum Jahresende. Ein Rechenbeispiel:

Jahresplan800.000 €
Plan bis Ende September600.000 €
Ist bis Ende September540.000 € (90 % des Plans, Abweichung −60.000 €)
Hochrechnung zum Jahresende800.000 € × 90 % = 720.000 €

Im Projektgeschäft ist die Hochrechnung grob, weil einzelne große Aufträge das Bild bestimmen. Dort gehört der gewichtete Forecast der offenen Verkaufschancen daneben; wie er entsteht, steht im Ratgeber zum Opportunity-Management.

Abschnitt 6

Was tun, wenn das Ist zurückliegt?

  1. Eine Schwelle festlegen. Nicht jede Abweichung ist ein Problem. Legen Sie fest, ab wie viel Prozent jemand hinschaut, zum Beispiel ab zehn Prozent unter Plan.
  2. Die Ursache suchen. Ein einzelner Großkunde? Ein verschobenes Projekt? Eine ganze Warengruppe? Die Antwort bestimmt, was zu tun ist.
  3. Mit dem Kunden sprechen, nicht nur über ihn. Oft steckt hinter dem Rückgang ein Grund, den ein Anruf klärt.
  4. Den Plan nur begründet ändern. Ein Plan, der jeden Monat an das Ist angepasst wird, misst nichts mehr. Wenn sich etwas grundlegend geändert hat, ändern Sie ihn mit Notiz.
Abschnitt 7

So macht es Portario

  1. Plan je Kunde, Warengruppe oder gesamt. Im Modul „Jahresplanung“ legen Sie Zeilen von Hand an, erzeugen sie aus dem Vorjahr plus einer Veränderung in Prozent oder importieren sie als CSV.
  2. Ist aus der Quelle, die Sie wählen. Umsatz laut ERP (fakturiert, Auftragseingang oder Zahlungseingang), eigene Rechnungen oder gewonnene Verkaufschancen. Warengruppen gibt es mit dem ERP.
  3. Saisonkurve. Zwölf Monatsgewichte, auf Knopfdruck aus dem Vorjahr übernommen oder gleichmäßig.
  4. Plan-Ist bis zum letzten vollen Monat. Plan, Ist, Abweichung, Vorjahr und Hochrechnung oben, darunter der Verlauf und die Tabelle aller Zeilen. In der Firmenakte steht der Plan des Kunden neben den ERP-Zahlen.
  5. Warnung, wenn eine Zeile zurückfällt. Liegt sie mehr als die eingestellte Schwelle unter Plan, bekommt die verantwortliche Person eine Benachrichtigung, einmal je Zeile und Monat.
  6. Ziele je Person oder Team. Monatsziele mit Fortschrittsbalken und Vorjahreswert; ein Jahresziel lässt sich auf die Monate verteilen.

Die Jahresplanung ist ab dem Tarif Pro enthalten.

Häufige Fragen

Ziel von oben oder Plan von unten?

Beides. Das Ziel der Geschäftsführung sagt, wohin es gehen soll; der Plan je Kunde sagt, was realistisch ist. Die Lücke dazwischen ist die eigentliche Aufgabe des Vertriebs: Woher soll der Rest kommen?

Sollen wir Auftragseingang oder Umsatz planen?

Für die Vertriebssteuerung ist der Auftragseingang meist aussagekräftiger, weil er früher zeigt, was kommt. Der fakturierte Umsatz folgt bei langen Lieferzeiten erst Monate später. Wichtig ist, sich auf eine Größe festzulegen.

Wie oft sollte man den Plan anpassen?

Möglichst selten und nur mit Grund, etwa wenn ein großer Kunde wegfällt. Der Vergleich lebt davon, dass der Plan stehen bleibt. Was sich ändert, ist die Hochrechnung.

Geht ein Plan-Ist-Vergleich auch ohne ERP-Anbindung?

Ja. In Portario kann das Ist auch aus den eigenen Rechnungen oder aus gewonnenen Verkaufschancen kommen. Planung je Warengruppe setzt allerdings die ERP-Zahlen voraus.

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Plan und Ist in einer Ansicht

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