Warum die Excel-Liste bei Wartungsverträgen scheitert
Fast jeder Betrieb beginnt mit derselben Tabelle: Kunde, Anlage, Vertragsbeginn, Laufzeit, Preis. Sie funktioniert, solange eine Person sie pflegt und nichts Ungewöhnliches passiert. Dann passiert Ungewöhnliches:
- Der Vertrag verlängert sich stillschweigend. Die Kündigungsfrist stand in Spalte H, aber niemand hat drei Monate vor Ablauf hineingesehen. Jetzt läuft er ein weiteres Jahr zu alten Konditionen. Oder der Kunde hat gekündigt, und Sie erfahren es aus dem Rechnungsrückläufer.
- Die Anlage fehlt. Der Vertrag steht am Kunden, aber der Kunde hat vier Maschinen. Welche ist im Vertrag, welche nicht? Der Techniker vor Ort weiß es nicht, und die Excel-Liste auch nicht.
- Zwei Fristen, eine Spalte. Die Kündigungsfrist des Vertrags und das Wartungsintervall der Anlage sind verschiedene Uhren. In der Tabelle stehen sie nebeneinander, gemeldet wird keine von beiden.
- Niemand ist zuständig. Eine Tabelle hat keinen Verantwortlichen je Zeile. Wer die Verlängerung anbietet, wer die Preisanpassung anspricht, wer den Einsatz plant: Das steht in Köpfen.
- Die Historie ist weg. Was beim letzten Einsatz gemacht wurde, steht im Servicebericht im Postfach. Beim nächsten Mal fängt der Kollege bei null an.
Der Schaden ist selten dramatisch, aber stetig: ein nicht angebotener Vertrag hier, eine verpasste Preisanpassung dort, ein Einsatz zu spät. Genau das ist der Umsatz, den ein Maschinenbauer eigentlich am sichersten hat.
