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Wartungsplanung: Intervalle nach Zeit, Betriebsstunden oder was zuerst kommt

Eine Maschine, die im Dreischichtbetrieb läuft, verschleißt anders als dieselbe Maschine im Einschichtbetrieb. Trotzdem steht in vielen Wartungslisten nur „jährlich“. Dieser Ratgeber zeigt, wann ein Intervall nach Zeit genügt, wann Betriebsstunden oder Stückzahlen besser passen und wie aus einem Zählerstand ein planbarer Termin wird.

Anlagen-Akte mit Betriebsstunden und zwei Wartungsplänen auf einem Notebook
  1. 1Drei Arten von Intervallen
  2. 2Woher die Intervalle kommen
  3. 3Zählerstände zuverlässig erfassen
  4. 4Vom Zählerstand zum Termin
  5. 5Nach der Wartung: starres Raster oder ab dem tatsächlichen Stand?
  6. 6Typische Fehler
  7. 7So macht es Portario
  8. 8Häufige Fragen
Abschnitt 1

Drei Arten von Intervallen

IntervallPasst, wenn …Haken
Nach Zeit (z. B. alle 12 Monate)die Alterung zählt, nicht die Nutzung: Dichtungen, Schmierstoffe, Sicherheitsprüfungen mit festen FristenEine kaum genutzte Anlage wird zu oft gewartet, eine stark genutzte zu selten
Nach Nutzung (z. B. alle 500 Betriebsstunden)der Verschleiß an der Laufzeit, an Hüben, Stückzahlen oder Kilometern hängtFunktioniert nur, wenn jemand den Zähler regelmäßig abliest
Was zuerst kommt (z. B. 500 h oder 12 Monate)beides zählt: Verschleiß im Betrieb, Alterung im StillstandZwei Termine im Blick; die Planung muss den früheren nehmen

Viele Hersteller geben für dieselbe Maschine mehrere Intervalle an, etwa eine kleine Wartung nach einigen hundert Betriebsstunden und eine große nach einigen tausend. Dann braucht eine Anlage mehrere Pläne nebeneinander, nicht einen.

Abschnitt 2

Woher die Intervalle kommen

  1. Herstellervorgaben. Betriebsanleitung und Wartungsplan des Herstellers sind die Grundlage, auch für die Gewährleistung. Dort steht meist schon, ob in Stunden, Zyklen oder Monaten gerechnet wird.
  2. Vorgeschriebene Prüfungen. Wiederkehrende Prüfungen, etwa an elektrischen Anlagen oder überwachungsbedürftigen Anlagen, haben Fristen in Zeit. Sie laufen als eigener Plan, unabhängig vom Verschleiß.
  3. Die eigene Störungshistorie. Fällt dasselbe Teil immer kurz vor der Wartung aus, ist das Intervall zu lang. Dafür müssen Störungen an der Anlage erfasst sein, nicht nur in E-Mails.
  4. Der Betrieb beim Kunden. Schichtmodell, Umgebung (Staub, Hitze, Feuchte) und Auslastung verschieben die Werte. Ein Betreiber im Dreischichtbetrieb erreicht 500 Stunden in drei Wochen, einer im Einschichtbetrieb in drei Monaten.
Abschnitt 3

Zählerstände zuverlässig erfassen

  • Bei jedem Einsatz ablesen. Der Techniker steht ohnehin an der Maschine. Gehört das Feld in den Servicebericht, wird es nicht vergessen.
  • Zwischendurch ablesen lassen. Für eine Hochrechnung braucht es mehr als einen Stand im Jahr. Bitten Sie den Kunden, den Zähler regelmäßig durchzugeben, oder lesen Sie bei jedem Besuch des Außendiensts mit ab.
  • Plausibilität prüfen. Ein Stand, der kleiner ist als der letzte, ist ein Tippfehler, oder der Zähler wurde getauscht. Beides muss auffallen, bevor es die Planung verdirbt.
  • Zählertausch festhalten. Wird ein Zähler ersetzt oder zurückgesetzt, beginnt die Zählung neu. Die offene Wartung muss umgerechnet werden: Fehlten noch 300 Stunden, sind es auf dem neuen Zähler ebenfalls 300.
Abschnitt 4

Vom Zählerstand zum Termin

Ein Zählerstand allein ist noch kein Termin. Planen lässt sich erst, wenn man weiß, wann der Fälligkeitsstand voraussichtlich erreicht wird. Dafür genügt der durchschnittliche Zuwachs je Tag aus den letzten Ablesungen.

BeispielWert
Letzter Stand4.729 h
Durchschnitt aus den Ablesungen8,1 h je Tag
Nächste Wartung fällig bei5.000 h
Rest271 h ÷ 8,1 h ≈ 33 Tage

Mit dem Datum lässt sich planen wie bei einem festen Termin: Ersatzteile bestellen, den Einsatz mit dem Kunden abstimmen, den Techniker einteilen. Der Vorlauf sollte so lang sein wie die längste Lieferzeit der Teile, die zur Wartung gehören. Weil eine Hochrechnung nur so gut ist wie die Ablesungen, wird sie mit jedem neuen Stand genauer.

Abschnitt 5

Nach der Wartung: starres Raster oder ab dem tatsächlichen Stand?

Fällig war die Wartung bei 5.000 Stunden, gemacht wurde sie bei 5.020. Wann ist die nächste fällig?

  • Ab dem tatsächlichen Stand (5.020 + 500 = 5.520 h): Jede Wartung hat denselben Abstand zur vorigen. Das entspricht dem Verschleiß und ist der übliche Weg.
  • Starres Raster (5.500, 6.000, 6.500 h): Termine bleiben gleichmäßig, eine verspätete Wartung verkürzt aber den nächsten Abstand. Sinnvoll, wenn Vertrag oder Hersteller das Raster so vorgeben.

Bei „was zuerst kommt“ beginnt nach der Wartung auch die Zeit neu: Eine Wartung im Oktober mit Jahresintervall ist im nächsten Oktober wieder fällig, auch wenn die Stunden bis dahin nicht erreicht sind.

Abschnitt 6

Typische Fehler

  • Betriebsstunden im Freitext. Steht der Stand nur im Wartungsprotokoll als Text, lässt sich nichts hochrechnen.
  • Eine Wartung für alles. Kleine und große Wartung, Prüfung und Verschleißteiltausch in einem Termin führen dazu, dass ein Teil davon regelmäßig zu früh oder zu spät kommt.
  • Doppelte Termine. Ist die Wartung angelegt, darf nicht beim nächsten Blick auf den Zähler schon die nächste entstehen. Erst wenn sie erledigt ist, steht der neue Stand fest.
  • Stillgelegte Anlagen in der Liste. Eine Maschine außer Betrieb braucht keine Wartungstermine, aber nach der Wiederinbetriebnahme genau einen.

Für die Übersicht aller Intervalle gibt es die kostenlose Vorlage Wartungsplan (Excel), die den nächsten Termin nach Zeit oder Betriebsstunden selbst rechnet, für den Einsatz vor Ort die Vorlage Wartungsprotokoll; wie Wartungsverträge und Wartungspläne zusammenspielen, steht im Ratgeber zu Wartungsverträgen.

Abschnitt 7

So macht es Portario

  1. Zähler je Bereich: Der Administrator legt fest, welche Zähler die Anlagen haben, etwa Betriebsstunden in h, mit Erinnerung, wenn zu lange nicht abgelesen wurde. Die Branchen-Vorlage „Technischer Vertrieb“ bringt Betriebsstunden mit.
  2. Ablesen an drei Stellen: an der Anlage von Hand, im Servicebericht vor Ort (auch offline, der Stand steht im PDF) oder per Import einer Excel-Liste. Ein kleinerer Stand als der letzte wird abgelehnt, außer „Zähler getauscht“ ist angehakt; dann rechnet Portario offene Pläne um.
  3. Mehrere Pläne je Anlage: nach Zeit, nach Zählerstand oder was zuerst kommt, jeweils mit eigenem Namen wie „Große Wartung“. Aus den Ablesungen rechnet Portario den Termin hoch und legt das Wartungsticket rechtzeitig vorher an, standardmäßig 14 Tage.
  4. Kein doppeltes Ticket: Solange das Wartungsticket offen ist, entsteht für denselben Plan kein weiteres. Ist es erledigt, zählt der Plan ab dem Stand bei der Wartung weiter.
  5. Stillgelegt heißt Pause: Anlagen mit einem Außer-Betrieb-Status bekommen keine Wartungstickets; nach der Wiederinbetriebnahme kommt die verpasste Wartung einmal.
  6. Kennzahlen: Wartungen fällig in 30 und 90 Tagen, Anlagen ohne Wartungsplan und Anlagen, deren Ablesung überfällig ist.

Offen gesagt: Zählerstände kommen nicht automatisch aus der Maschine, sie werden abgelesen und eingetragen. Kunden können sie im Kundenportal nicht selbst melden. Die Hochrechnung nimmt den Durchschnitt der Ablesungen aus den letzten zwölf Monaten; saisonale Schwankungen gleicht sie nicht aus, dafür ist der Vorlauf da.

Häufige Fragen

Was ist besser: Wartung nach Zeit oder nach Betriebsstunden?

Das hängt davon ab, was verschleißt. Hängt der Verschleiß an der Laufzeit, passen Betriebsstunden; altern Teile auch im Stillstand oder gibt eine Vorschrift eine Frist vor, passt die Zeit. Oft ist die Kombination richtig: fällig nach Stunden oder spätestens nach einer festen Zeit, was zuerst kommt.

Wie oft sollte man Betriebsstunden ablesen?

Mindestens bei jedem Einsatz an der Maschine. Für eine brauchbare Hochrechnung sind zusätzliche Stände zwischendurch nötig, etwa monatlich oder bei jedem Besuch. Je gleichmäßiger die Ablesungen, desto genauer der Termin.

Was passiert, wenn der Betriebsstundenzähler getauscht wird?

Die Zählung beginnt neu. Der Rest bis zur nächsten Wartung bleibt gleich und muss auf den neuen Zähler übertragen werden. Wichtig ist, den Tausch festzuhalten, sonst sieht der neue, kleinere Stand wie ein Tippfehler aus.

Wird nach einer verspäteten Wartung der nächste Termin vorgezogen?

Üblich ist, ab dem tatsächlichen Stand bei der Wartung weiterzuzählen. Dann hat jede Wartung den gleichen Abstand zur vorigen. Ein starres Raster kommt nur infrage, wenn Vertrag oder Hersteller es so verlangen.

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